Mit einem szenischen Märchen-Stück bei dem „das kleine Rotkäppchen“ freche Bildungsfragen stellte, machte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) auf die eklatanten Kürzungen im Bildungsbereich aufmerksam. Im Anschluss konnte die GEW Vertreter:innen aus Landes- und Kommunalpolitik auf der Bühne begrüßen. Die Vorsitzende der Offenbach SPD Helena Wolf, die Co-Vorsitzende der Linken in Offenbach Magdalena Depta-Wollenhaupt sowie die Landespolitiker Sascha Maier (Grüne) und Philipp Breiner (CDU) stellten sich den kritischen Fragen der GEW.
Eindringlich war der Appell des Kinder- Jugendparlaments der Stadt Offenbach, das die Kürzungen der schwar-roten Landesregierung auf die Bildungsbedingungen und die konkrete Gegenwart von Kinder und Jugendlichen begreift.
Darüber hinaus konnte sich die GEW über die Unterstützung ihres Protests durch den Offenbacher Oberbürgermeister Felix Schwenke freuen. Der ehemalige Lehrer betonte die Bedeutung der wegfallenden Stellen für den gesamten Bildungsbereich, betonte aber, dass man die Auswirkungen der Kürzungen in Offenbach besonders spüre.
Die GEW forderte:
Die Schulbank muss endlich zur wichtigsten Bank werden. Wir fordern die Landesregierung zu einem grundlegenden Umdenken in der Bildungspolitik auf!
Die Landesregierung spare ausgerechnet dort, wo Investitionen dringend notwendig wären: in Kitas, Schulen und Hochschulen.
„Die geplanten Kürzungen verschärfen die ohnehin angespannte Situation in den Bildungseinrichtungen. Wer bei Bildung spart, gefährdet Chancengerechtigkeit und die Zukunft junger Menschen“, erklärte Andreas Zies, Vorsitzender des GEW-Kreisverbands Offenbach Land.
Auch Dennys Jochum, Vorsitzender des GEW-Kreisverbands Offenbach Stadt stellte fest: „Bildung ist nicht verhandelbar und darf nicht dem selbst auferlegten Spardiktat einer Landesregierung zum Opfer fallen!“, dem schlossen sich auch viele anwesende Schüler:innen und Eltern an.
Besonders kritisch sieht die GEW die Kürzungen bei den Sozialindex-Stellen, die Streichung von Stunden zur Binnendifferenzierung an integrierten Gesamtschulen, die Einschränkungen bei der Altersermäßigung für Lehrkräfte sowie die Kürzungen an der Lehrkräftebildung. Auch Hochschulen und Studierende sind von den Sparmaßnahmen betroffen.
„Während Lehrkräfte, Sozialpädagog:innen sowie weitere Beschäftigte täglich an der Belastungsgrenze arbeiten, streicht die Landesregierung wichtige Ressourcen. Das ist bildungspolitisch der falsche Weg und haushaltspolitisch nicht notwendig. Wir fordern die Landesregierung auf, sich für eine Wiedereinführung der Vermögenssteuer und eine gerechte Erbschaftssteuer auf Bundesebene einzusetzen“, so Susanne Völpel, Vorsitzende des GEW-Kreisverbands Stadt weiter.
Die GEW-Kreisverbände Offenbach Stadt und Land beteiligt sich deshalb am landesweiten Aktionstag und fordert gemeinsam mit der GEW Hessen:
• die Rücknahme der bereits beschlossenen Kürzungen,
• zusätzliche Zukunftsinvestitionen in die hessische Bildung,
• die Entlastung von Studierenden durch die Abschaffung des Verwaltungskostenbeitrags und eine auskömmliche BAföG-Reform,
• die Abschaffung der Schuldenbremse,
• die Wiedereinführung der Vermögensteuer sowie
• eine höhere Besteuerung großer Erbschaften und Vermögen zur Finanzierung öffentlicher Aufgaben.
„Gute Bildung gibt es nicht zum Nulltarif. Wer bessere Bildung, mehr individuelle Förderung und gleiche Chancen für alle Kinder und Jugendlichen will, muss auch bereit sein, dafür die notwendigen Mittel bereitzustellen. Hessen braucht mehr Geld für Bildung statt weiterer Kürzungen“, betonte Kirsten Schultheis-Schauer Vorsitzende des GEW-Kreisverbands Offenbach Land.
]]>Mehr Geld für Bildung - Aktionstag am 17. Juni
Die Landesregierung hat für den Haushalt 2026 eine ganze Reihe von weiteren Einschnitten beschlossen:
Am Mittwoch, den 13.05.2026, fand die Mitgliederversammlung des GEW-Kreisverbands Offenbach Land im Capitol in Dietzenbach statt. Im Mittelpunkt der Tagesordnung standen die Entlastung des bisherigen Vorstands sowie die Neuwahl des Vorsitzendenteams. Alexander Pohlit hatte bereits vor mehreren Monaten angekündigt, nicht erneut kandidieren zu wollen. Der Kreisverband dankte ihm ausdrücklich für seine innovative und kreative Gewerkschaftsarbeit. Besonders hervorgehoben wurden seine organisatorischen Leistungen in den vergangenen vier Jahren sowie sein Engagement im Bereich Social Media, mit dem er den Kreisverband erfolgreich positionierte. Der Kreisverband hofft, dass Alexander Pohlit auch weiterhin mit seinem politischen Wissen und seiner Erfahrung die gewerkschaftliche Diskussion als Mitglied des KV Offenbach Land bereichern wird.
Zu Beginn der Versammlung bewertete Stefan Edelmann, Vertreter der GEW im Hauptpersonalrat, die Ergebnisse der Tarifrunde aus gewerkschaftlicher Sicht. Zudem informierte der Kreisverband die anwesenden Mitglieder über die Möglichkeit einer Pensionsberatung durch die beiden Vorstandsmitglieder Martina Billy und Stefan Ohlenmacher.
Nach dem gemeinsamen Rechenschaftsbericht sowie persönlichen Rückblicken der bisherigen Vorsitzenden Kirsten Schultheis-Schauer und Alexander Pohlit wurde der Vorstand gemeinsam mit dem Kreisrechner Siggi Schütz entlastet. Der Kreisvorstand dankte Siggi Schütz für seinen langjährigen und engagierten Einsatz als Schatzmeister.
Im Anschluss erfolgte die Wahl des neuen Vorsitzes des Kreisverbands. Neben Kirsten Schultheis-Schauer kandidierte Andreas Zies als Co-Vorsitzender. Die Mitgliederversammlung wählte beide mit großer Mehrheit zum neuen Vorsitzendenteam. Kirsten Schultheis-Schauer und Andreas Zies nahmen die Wahl an und freuen sich auf die gemeinsame gewerkschaftliche Arbeit.
In geselliger Runde ließen die Mitglieder den Abend ausklingen.
]]>Führung im jüdischen Museum Frankfurt!
Gleich zu Beginn der Führung erfuhren wir einige interessante Aspekte über die außergewöhnliche Architektur des jüdischen Museums, das erst im Jahr 1988 bezogen wurde. Auf dem Museumsvorplatz konnten wir die spektakuläre Skulptur von Ariel Schlesinger bewundern; zwei in Aluminium gegossene Baumskelette, die in der Baumkrone miteinander verbunden sind. Das Wahrzeichen des jüdischen Museums Frankfurt zieht seine Inspiration aus der Geschichte der Frankfurter Jüdinnen und Juden: dem Gefühl gleichzeitiger Verbundenheit und Entwurzelung.
Dieses Gefühl gleichzeitiger Verbundenheit und Entwurzelung wurde uns während des Rundgangs von Frau Loeffelholz in beeindruckender und unterhaltsamer Weise u.a. über die Geschichten der Familien Rotschild, Frank und Senger vermittelt. So erfuhren wir neben vielen anderen Geschichten, dass die Frau des Bankiers Rotschild insgesamt 20 Kinder geboren hatte, wovon allerdings nur 10 überlebten. Sie selbst wurde 96 Jahre alt. Von Otto Frank (der Vater von Anne) ist bekannt, dass er Absätze im Tagebuch seiner Tochter vor der Veröffentlichung zensierte, in denen seine nicht überlebende Frau von ihrer Tochter Anne besonders kritisch beurteilt wurde. Von der Familie Senger erfuhren wir, dass sie während der gesamten Nazizeit unauffällig in der Frankfurter Kaiserhofstr. lebte, ohne dass sie von irgendwem denunziert wurde.
Bewegt von den Eindrücken der Führung wartete ein langer Tisch im Cafe Deli des Museums auf uns, an dem wir am Ende des Tages bei Kaffee und Kuchen unsere Gedanken austauschen konnten.
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