Pressemitteilung der GEW im Kreis Offenbach zum Schuljahresbeginn 2026 / 27
Das neue Schuljahr hat diese Woche begonnen. Viele Schüler:innen, Lehrkräfte und Eltern machen sich aufgrund der hohen Temperaturen Gedanken ob der Lern- und Lehrbedingungen in den Schulen.
Schon seit drei Jahren machen Lehrkräfte aus verschiedenen Schulen im Landkreis Offenbach immer wieder auf die zu hohen Temperaturen in den Schulgebäuden und Klassenräumen aufmerksam, ohne dass flächendeckend ein Hitzeschutzkonzept für die Schulen entwickelt wird. Die Folge sind unzumutbare Lern- und Lehrbedingungen für alle Beteiligten und konkreter Unterrichtsausfall. Dass sich die Erde erwärmt, ist schon lange Zeit bekannt. Kirsten Schultheis-Schauer stellt fest: „Es gab lange genug Zeit, sich vorzubereiten. Die Landesregierung und die Kommunen haben sich dem Thema nicht gestellt.“
Die GEW im Landkreis Offenbach möchte auf teils unzumutbaren Bedingungen für Schüler:innen und Lehrkräfte aufmerksam machen und versendet zu Schuljahresbeginn ihren Mitgliedern GEW-Fächer, um ihnen die Hitze erträglicher zu machen.
„Wir wollen die hohen Temperaturen außerdem dokumentieren!“, äußert sich der Ko-Vorsitzende der GEW im Kreisverband Offenbach Land Andreas Zies. Deshalb liege jedem Päckchen an die Schulen ein Thermometer bei, mit welchen die Kolleg:innen in den nächsten Wochen die hohen Temperaturen in den Schulgebäuden dokumentieren sollen. Das Thermometer zeigt an, bei welchen Temperaturen, der Arbeitgeber verpglichtet ist, konkrete Arbeitsschutzmaßnahmen zu treffen. Andreas Zies kritisiert: „Den Stellenwert der der Bildung beigemessen wird, zeigt sich auch in der mangelnden Investition in unsere Schulgebäude. Und das fällt uns jetzt bei großer Hitze auf die Füße, während auf der anderen Seite massiv in die Rüstung investiert wird. „Ein zusätzlicher Euro für Militärausgaben steigert die Wirtschaftsleistung demnach höchstens um 50 Cent. Investitionen in öffentliche Infrastruktur hingegen weisen einen Fiskalmultiplikator von 2, Investitionen in Bildung sogar einen von 3 auf, so Markus Nitschke und Leonie Petersen in ihrem Artikel „Der Preis der Aufrüstung“.
„Für die Zukunft müssen tragfähige Lösungen her, die einen Schulalltag auch bei sehr hohen Außentemperaturen möglich machen“, so Kirsten Schultheis-Schauer.
Die GEW im Landkreis sieht die Lösung der Hitze mit dem sogenannten „Hitzefrei“ als wenig zielführend. So würde man einen Großteil der Schüler:innen sich in überhitzen Wohnungen selbst überlassen. Staatliche Investitionen in öffentliche Infrastruktur oder Bildung haben einen größeren wirtschaftlichen Nutzen als Investitionen in Rüstung.
Es ist davon auszugehen, dass die vergangenen drei Schuljahre keine Ausnahmen darstellen, sondern zu Regel werden. Für Kirsten Schultheis-Schauer und Andreas Zies steht fest: „Die politisch Verantwortlichen müssen jetzt handeln! Eigentlich ist es schon 5 nach 12.