Austausch zum Ganztag: Gute Bedingungen für Kinder und Beschäftigte schaffen
Gestern trafen sich mehr als 20 Mitarbeiter:innen aus dem schulischen Ganztag, darunter Beschäftigte der GiP sowie weiterer Träger im Landkreis Offenbach-Land. Eingeladen hatte der GEW-Kreisverband Offenbach-Land zu einem Austausch- und Kennenlerntreffen. Bei einem gemütlichen Zusammensein im Lokal „Endstation“ in Buchschlag konnten sich die Anwesenden über ihre Erfahrungen sowie die unterschiedlichen Arbeits- und Rahmenbedingungen im Ganztag austauschen. Anlass für das Treffen war insbesondere die Einführung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung und die damit verbundenen Veränderungen an den Schulen.
In den Gesprächen wurde deutlich, dass die Bedingungen an vielen Schulen derzeit noch nicht dem Anspruch an eine gute Ganztagsschule gerecht werden. Es fehlt unter anderem an geeigneten Räumen, ausreichenden Mensakapazitäten und genügend Fachkräften in der Schulbetreuung. Unter solchen Voraussetzungen wird es schwierig, zentrale Ziele des Ganztags – das Wohl der Schüler:innen, gute Bildungs- und Betreuungsangebote sowie mehr Chancengleichheit – tatsächlich umzusetzen.
Die GEW im Kreis Offenbach fordert deshalb einen massiven Ausbau der schulischen Infrastruktur und tragfähige Lösungen für Schüler:innen ebenso wie für die Beschäftigten, Lehrkräfte und das pädagogische Personal. Gute Ganztagsangebote benötigen ausreichend Räume, qualifiziertes Personal und verlässliche Arbeitsbedingungen.
Kritisch sieht die GEW außerdem die unterschiedliche Kostenstruktur der Schulkindbetreuung im Landkreis Offenbach. Je nach Standort unterscheiden sich die Beiträge für Eltern teilweise erheblich – in einzelnen Fällen um knapp 100 Euro. Für die GEW ist klar: Der Zugang zu guter Ganztagsbetreuung darf nicht vom Wohnort oder vom Geldbeutel der Eltern abhängen. Die Beiträge müssen möglichst niedrig und sozial verträglich gestaltet werden.
Auch die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten waren ein wichtiges Thema. Aus gewerkschaftlicher Sicht braucht gerade ein großer Träger wie die GiP mit rund 400 Beschäftigten eine starke Interessenvertretung der Arbeitnehmer:innen. Die Beschäftigten müssen die Möglichkeit haben, ihre Interessen gegenüber dem Arbeitgeber wirksam und organisiert einzubringen.
Die GEW möchte deshalb den begonnenen Austausch fortsetzen und den Beschäftigten im Ganztag – egal ob bei der GiP, anderen Trägern oder schuleigenen Fördervereinen – als Ansprechpartnerin zur Seite stehen. Das Treffen in Buchschlag war dafür ein gelungener Auftakt: Es zeigte, wie groß der Bedarf an Austausch, Vernetzung und gemeinsamer Interessenvertretung ist.