Pädagogen For Future

Mach mit!

Nachdem der Weltklimarat IPCC im Oktober 2018 seinen Sonderbericht vorgelegt hat, demonstrieren seit dem Dezember Millionen Schülerinnen und Schüler in mehr als 80 Ländern für ambitionierten Klimaschutz und drücken in Fridays For Future (FFF) ihre Sorge darüber aus, dass ihre Zukunft existentiell gefährdet ist.

Mittlerweile unterstützen über 27.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Scientists for Future (S4F) in einer Stellungnahme und Pressekonferenzen den Protest der Schülerinnen und Schüler und ihre Ziele.

Weit über hunderttausend Parents and Grandparents For Future unterstützen allein in Deutschland in hunderten von Ortsgruppen die Schülerinnen und Schüler.

Die Pädagoginnen und Pädagogen, die die Zukunft ihrer Schülerinnen und Schüler zur Aufgabe gemacht haben, beginnen sich ebenfalls zu organisieren unter paedagogenforfuture.org . Hier kann man auch die Stellungennahme der Pädagog/-innen For Future unterzeichnen. Seid mit uns dabei!

Fakten von Scientists for Future

“1. Weltweit ist die Durchschnittstemperatur bereits um etwa 1 °C angestiegen … Rund die Hälfte des Anstiegs erfolgte in den letzten 30 Jahren …

2. Weltweit waren die Jahre 2015, 2016, 2017 und 2018 die heißesten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen …

6. Falls die Weltgemeinschaft die vom Pariser Abkommen angestrebte Beschränkung der Erwärmung auf 1,5 °C verfehlt, ist in vielen Regionen der Welt mit erheblich verstärkten Klimafolgen für Mensch und Natur zu rechnen …

7. Um mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Erwärmung von 1,5 °C nicht zu überschreiten, müssen die Nettoemissionen von Treibhausgasen (insbesondere CO2) sehr rasch sinken und in den nächsten 20 bis 30 Jahren weltweit auf null reduziert werden …

9. Bei derzeitigen Emissionen reicht das verbleibende globale CO2-Emissionsbudget für den 1,5-Grad-Pfad nur für etwa 10 Jahre. Auch für den 2-Grad-Pfad reicht es nur für etwa 25–30 Jahre …

11. Bei zunehmender Erwärmung der Erde werden gefährliche klimatische Kipp-Punkte des Erdsystems, d. h. sich selbst verstärkende Prozesse, immer wahrscheinlicher … Dies würde dazu führen, dass eine Rückkehr zu heutigen globalen Temperaturen für kommende Generationen nicht mehr realistisch ist.“1

Die Folgen werden nach Auffassung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dramatisch, wenn nicht unverzüglich gegengesteuert wird.2

Stichworte:

  • Hitzewellen und Dürren, stärkere Stürme und Hochwasser;

  • Inselstaaten und Küstenstädte (Hamburg, New York …) versinken;

  • Trockene Regionen werden noch trockener – unbewohnbar;

  • Regenwälder verschwinden, viele Arten sterben aus;

  • Wasserknappheit, Missernten und Hungersnöte für viele Millionen Menschen, die zur Flucht gezwungen werden;

  • Menschliche Zivilisation vor dem Aus?!

Zehntausende von Wissenschaftlern kann man kaum ignorieren. Sie ernst zu nehmen heißt: Wir haben nur noch ein kleines Zeitfenster, in dem die Nettoemissionen auf null gefahren werden müssen. Es ist wahrscheinlich sogar noch kleiner als im IPCC-Bericht berechnet. Das ergeben jedenfalls ganz aktuelle Studien.3

Wie weiter?

Die Schülerinnen und Schüler haben deswegen allen Grund, weiter zu demonstrieren und Druck zu machen, denn bislang steigen die CO²-Emmissionen, statt rapide zu sinken.

Kultusminister Lorz liegt falsch, wenn er meint, die Demonstrationen hätten ihr Ziel erreicht und wenn er ihnen nun mit Bußgeldern droht. Er zeigt damit, dass er das Problem auch nicht ansatzweise verstanden hat. Die bisher ins Auge gefassten Maßnahmen reichen nicht, zudem liegt ihre Realisierung immer noch in der Ferne.

„Wir streiken, bis ihr handelt. Was, Kultusminister Lorz, haben Sie daran nicht verstanden?“, hält ihm die 15-jährige Asuka aus dem Frankfurter Organisationsteam von FFF zu Recht entgegen.4

Wir haben gute Gründe, FFF zu unterstützen! Wir müssen handeln, wenn wir nicht unsere Schülerinnen und Schüler, vor allem aber deren Kinder und Kindeskinder einem ungewissen, wahrscheinlich aber krassen Schicksal überlassen wollen.

Erste Schritte:

  1. Informieren (z. B. auf https://paedagogenforfuture.org/ finden sich unter „Mitmachen“ viele Informationen)!

  2. Stellungnahme von Pädagogen For Future unterschreiben (https://paedagogenforfuture.org/).

  3. Gemeinsam überlegen, was wir weiter tun. Wer macht mit? Für Rückkoppelungen sind wir dankbar (m.koeditz@gew-offenbach.de). Melde dich.

  4. Als nächsten Meilenstein ruft FFF anlässlich der UN-Generalversammlung zum Klima für den 20. September ausdrücklich alle Generationen zu einem globalen Klimastreik auf.5 Der DGB und Ver.di haben ihre Unterstützung für Demonstrationen signalisiert! Alle die irgendwie können sollen dabei sein! Save the Date! Details folgen.

Impressum:

Herausgeber: GEW KV Offenbach, mit Dank an den GEW KV Hanau

Verantwortlicher Redakteur: Michael Köditz m.koeditz@gew-offenbach.de

 

1 Scientists for Future – Fakten (https://www.scientists4future.org/stellungnahme/fakten/)

2 Hinweis: Ein dreiminütiger Kurzfilm des WDR „Klimawandel stoppen: Das passiert, wenn wir es nicht schaffen“ aus der Reihe Quarks fasst die Ergebnisse zusammen (https://www.youtube.com/watch?v=FoMzyF_B7Bg)

3 https://www.klimareporter.de/erdsystem/zu-viel-optimismus

4 Frankfurter Rundschau vom 13. Juli 2019

5 Sogar die GLS-Bank ruft auf! http://newsletter.gls.de/m/11482349/617045-20eea63f30ea82c8584c4ad21e3cf7a8