Info aus dem GPRLL Offenbach Januar/Februar 2019

Verabschiedung des stellvertretenden Vorsitzenden Michael Köditz

Tarifverhandlungen TV-H

Lobbyismus an Schulen

Lebensarbeitszeitkonto bei befristeten TV-H-Kräften

   

Verabschiedung des stellvertretenden Vorsitzenden Michael Köditz 

Nach fast 20 Jahren schied Michael Köditz mit dem Ende seines aktiven Dienstes zum 01. Februar aus dem Gesamtpersonalrat aus. Seit dem Jahr 2000 war er in unterschiedlichen Funktionen für das Gremium tätig. So betreute er zunächst als Angestelltenvertreter die Gruppe der Tarifbeschäftigten, was aufgrund der komplexen, ständigen Änderungen unterworfenen Rechtslage und der Heterogenität im Vergleich zur Gruppe der Beamten ein profundes insbesondere auch juristisches Wissen erfordert. Im Arbeitsschutzausschuss rückte er stets die Belange einzelner Schulen in den Blick, die durch ihre bauliche Situation ein besonderes  Gefährdungspotential für die Gesundheit der Kolleginnen und Kollegen darstellten; nicht zuletzt auch die seiner eigenen, der Käthe-Kollwitz-Schule, deren Asbestsanierung zurzeit noch andauert. Als stellvertretender Vorsitzender des GPRLL scheute er nicht die Auseinandersetzung mit dem Schulamt, um die Mitbestimmungsrechte zu wahren. Schließlich ist besonders Michaels Vorreiterrolle für den Abschluss der Mobbing-Bossing-Dienstvereinbarung hervorzuheben, die maßgeblich ihm zu verdanken ist. Wir wünschen dir, lieber Michael alles Gute und danken dir für deinen enormen Einsatz in den letzten beiden Jahrzehnten!Bis zum Ende des Schuljahres wird der GPRLL-Vorsitz nur noch aus Birte Krenz und Ute Senßfelder bestehen. In dieser Zeit ist das Vorsitzendenteam wie bisher montags von 14 bis 16 Uhr im Schulamt oder jederzeit per Mail erreichbar.  

Tarifverhandlungen TV-H 

Anfang 2019 haben die DGB Gewerkschaften ihre Forderungen zur Tarif- und Besoldungsrunde 2019 mit dem Land Hessen festgelegt. Hauptforderung ist eine Gehaltssteigerung um sechs Prozent mit einer sozialen Komponente: In allen Entgeltgruppen und -stufen sollen die Monatsentgelte um mindestens 200 Euro steigen. Die Laufzeit der Entgelttabellen soll 12 Monate betragen. Bei dieser Forderung orientieren sich die hessischen Gewerkschaften an den gleichlautenden Gewerkschaftsbeschlüssen gegenüber der TdL (Tarifgemeinschaft deutscher Länder) zur Tarifrunde 2019. In der TdL sind alle Bundesländer außer Hessen Mitglied. Die GEW fordert vom Land Hessen darüber hinaus die zeit- und wirkungsgleiche Übertragung des Verhandlungsergebnisses auf die Beamtinnen und Beamten, denn das Beamtenrecht hat dem Tarifrecht zu folgen. Letzteres gilt auch für die wöchentliche Arbeitszeit. Um eine Anpassung an die tarifrechtlich schon seit 2010 geltende Arbeitszeit vorzunehmen, muss die Pflichtstundenzahl der Lehrkräfte um eine halbe Stunde auf das Niveau einer 40-Stundenwoche reduziert werden. Die voraussichtlich letzte Runde in Hessen ist für den 28./29. März in Dietzenbach geplant. Erfahrungsgemäß kommt es kurz vor einer abschließenden Runde zu Arbeitskampfaktionen und Warnstreiks. In der Tarifrunde geht es um Deine Arbeitsbedingungen, um Dein Gehalt. Dafür lohnt es sich zu kämpfen! Alle Infos auch zu Aktionen rund um die Tarifrunde findet ihr unter www.gew-hessen.de 

Lobbyismus an Schulen  

Die Schultüte einer Supermarktkette, der Fahrradhelm mit dem Aufdruck eines bekannten Möbelgeschäfts als Geschenk, welches in der Filiale abgeholt werden muss, das Bewerbertraining durch eine Krankenkasse, die Unterstützung der Schulfeier durch ein Bankhaus (inklusive Pressefoto vor der Werbebanderole), Stiftungen, die Sportveranstaltungen durchführen oder Schulungen für Lehrkräfte, Arbeitsblätter zum Download eines einer als marktliberal bekannten Partei nahestehenden Instituts bis hin zum Markennamen eines Unternehmens im Schulnamen – die Versuche Dritter, Einfluss auf staatliche Bildung zu nehmen sind vielfältig, bei zunehmender Tendenz. Der Kampf um die Köpfe der Schülerinnen und Schüler wird von findigen Unternehmen und spezialisierten Beraterfirmen längst geführt und er ist hoch lukrativ. Laut Transparency International ist es um ein vierfaches günstiger, Kindern ein bestimmtes Bild eines Unternehmens oder einer Haltung dauerhaft zu vermitteln als ihren Eltern. Der Beutelsbacher Konsens, der das Überwältigungsverbot der Schülerschaft durch Erwachsene „Experten“ festschreibt, gilt zwar der Politiklehrkraft als Richtschnur, nicht jedoch den externen, gewinnorientierten Einflussnehmern. Auch ein neuer, erst im Dezember letzten Jahres bekannt gewordener Erlassentwurf, greift viel zu kurz, um sich dem Problem zu stellen. Für die GEW ist der Schutzraum Schule fundamental für die Entwicklung unserer Schülerinnen und Schüler. Die GEW-Hessen, insbesondere auch die Fraktion des Hauptpersonalrats, wird diesen gegen alle Versuche der Aufweichung verteidigen. Auch die GEW-Kreisverbände Offenbach-Stadt und -Land werden sich diesem Phänomen verstärkt widmen. Den Auftakt hierzu macht ein Vortrag des Lobbyismusexperten und stellvertretendem Vorsitzenden des GPRLL Wiesbaden René Scheppler am 20.02. bei der halbjährlichen Personalräteschulung in Sprendlingen. Über weitere Veranstaltungen werden wir Sie regelmäßig informieren.  

Lebensarbeitszeitkonto bei befristeten TV-H-Kräften 

Das Lebensarbeitszeitkonto (LAK) ist ein Zeitgutschriftensystem für Beamtinnen und Beamte, Angestellte Lehrkräfte sowie Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen im Schuldienst.Besonderes Augenmerk sollte auf die Situation befristet Angestellter gelegt werden.Ist eine TV-H-Kraft ein ganzes Schuljahr an einer Schule tätig, muss sie diese 26 Stunden (oder ihren Anteil bei Teilzeit) am Ende des Schuljahres in Zeit ausgezahlt bekommen, also abfeiern. Dieser Ausgleich ist durch die Schule zu organisieren. Ist sie nicht das komplette Schuljahr an der Schule tätig gewesen, werden die Stunden am Ende des Arbeitsverhältnisses ausbezahlt. Achtung: der Anspruch auf Auszahlung verfällt nach 6 Monaten.Daher sollten befristet angestellte Lehrkräfte bereits jetzt zusammen mit Schulpersonalrat und Schulleitung die Art und Weise der Rückgabe zum Ende dieses Schuljahres beraten

Kontakt 

Der Gesamtpersonalrat ist per Email erreichbar. Die Adresse lautet:

Gesamtpersonalrat.ssa.offenbach@kultus.hessen.de