Nicaragua: Information unserer Partnerorganisation, der Frauenorganisation AMNLAE RIVAS


"Seit 4 Monaten erlebt Nicaragua eine schwere sozial-politische Krise, in der schon hunderte Menschen von beiden Seiten (Sandinisten und Nationalisten) umgebracht wurden. Viele junge Leute müssen nach Costa Rica flüchten, weil sie hier von der Polizei als verdächtigte Terroristen gesucht  werden, denn alle, die an Barrikaden mitwirkten, gelten ihr als Terroristen. Jetzt versucht die („sandinistische“ - d. Übers.) Regierung den Dialog mit der Bevölkerung herzustellen, obwohl sie auch die Kirche als Terrorist bezeichnet hatte.
Traurig ist das, denn auch die Internationalen Organisationen (UNO und OAS) tun nichts, obwohl sie behaupten, sich für  eine friedliche Lösung in Nicaragua einzusetzen. Wie immer müssen arme Familien, Mütter und Töchter am meisten unter der Krise leisten. Es gibt viele junge Frauen, die in die Gefängnisse der Hauptstadt gesteckt wurden und dort im Hungerstreik sind, um die Regierung zum Dialog zu zwingen – bisher natürlich ohne Erfolg.
Im ganzen Land demonstrieren große Gruppen gegen oder für die Regierung, was oft zu  heftigen Konfrontationen führt. Gottseidank sind bisher solche Konfrontationen in Rivas nicht so brutal, und es gab auch keine Toten wie in anderen Städten.
Im  ganzen Land breitet sich Arbeitslosigkeit aus. In Rivas haben viele Betriebe aufgegeben, so dass die hiesige Arbeitslosigkeit so krass anstieg, dass viele Rivenser mit den Tausenden von Flüchtlingen nach Costa Rica gegangen sind.Alles das erzeugt in den Familien große Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. Wir vom Frauenhaus versuchen Hilfsmodelle für Familien und Frauen zu entwickeln. Und für Jugendliche Auswanderer geben wir Informationen heraus um sie vor  Betrug und Übergriffen zu schützen.
Wir leben seit 4 Monaten in Angst und Schrecken. Dennoch bleibt die Hoffnung auf eine Lösung der Krise und eine Besserung der Lebensbedingungen aller Familien in  Nicaragua. Ich bin der festen Überzeugung, dass der Tag morgen besser sein wird als heute!
Herzlichst Eure Martha Rosa"

Kontakt: Dr. Wolfgang Christian, w.christian@gew-offenbach.de