Bildung braucht bessere Bedingungen!

150 PädagogInnen tun ihrem Unmut in Offenbach kund!

Rund 150 Lehrerinnen und Lehrer inklusive einiger ErzieherInnen demonstrierten am heutigen Mittwoch, den 23.5.2018 erneut ihren Unmut über die Politik der Hessischen Landesregierung hinter dem Rathaus in Offenbach.

Bereits seit drei Jahren machen immer wieder Kollegien von Schulen – oft auch unterstützt von den Schulleitungen - auf die Überlastung aufmerksam, der sie ausgesetzt sind. Bisher hat dies nicht zu einer merklichen Veränderung der Situation geführt.

Neben dem eigentlichen Kerngeschäft, dem Unterricht, wird den Kolleginnen und Kollegen eine Vielzahl von zusätzlichen Aufgaben auferlegt, für die es keinerlei zeitlichen Ausgleich gibt. Zu nennen sind hier z.B. die Inklusion, für die es keine ausreichenden Ressourcen zur Verfügung gestellt werden, die zusätzlichen Anforderungen an den Unterricht durch eine große Zahl von Kindern ohne ausreichende Sprachkenntnisse, der Umgang mit teilweise traumatisierten Kindern und Jugendlichen und vieles mehr.

Auch die Ganztagsbeschulung führt zu einer zusätzlichen Arbeitsverdichtung.

Dazu sind nahezu alle Schulen räumlich am Limit angekommen, und der kürzlich vorgelegte Schulentwicklungsplan für den Kreis Offenbach kündigt noch eine weitere Erhöhung der Schülerzahl an.

Nicht unerwähnt soll bleiben, dass seit Jahren die Besoldung der Lehrerinnen und Lehrer von der Lohnentwicklung in anderen Bereichen abgekoppelt wird.

Wir Lehrerinnen und Lehrer möchten für unsere Schülerinnen und Schüler gute Lernbedingungen. Dazu brauchen wir vor allem Zeit.

Schlechte Lernbedingungen wirken demotivierend, schlechte Arbeitsbedingungen machen krank.

Deshalb lauten unsere Forderungen für den Schulbereich an die hessische Landesregierung:

  • Spürbare Senkung der Pflichtstundenzahl

  • Entlastungsstunden für Klassenleitung, Koordination und Mentorentätigkeit

  • Entlastung für besondere Aufgaben

  • Zeit für die Koordination in multiprofessionellen Teams

  • Deutlich weniger Verwaltungs- und Dokumentationspflichten für Lehrkräfte

  • Ausbildung und Einstellung qualifizierter Lehrkräfte für kleinere Klassen, eine gelingende Inklusion und ausreichende Vertretungskapazitäten

  • Deutlicher Ausbau der personellen Ressourcen in den Bereichen Ganztag und Inklusion

  • Übertragung der Tarifergebnisse auf alle Lehrkräfte statt mehrfacher Nullrunden!

  • Mindestens A-13 für alle Lehrkräfte.

Auch in den Kindertagesstätten müssen dringend Verbesserungen greifen, um dem Bildungsauftrag gemäß der UN-Kinderrechtskonvention gerecht zu werden.

Von einer zukünftigen Landesregierung fordert die GEW deshalb:

  • Eine deutliche Verbesserung des Personalschlüssels im Kitabereich mit einer Zielmarke von 1:8 im Bereich der 3-6jährigen und 1:3 im U3 Bereich

  • Eine maximale Gruppengröße von 20 im Ü3 bzw. 10 Kindern im U3 Bereich

  • Um das notwendige Personal dafür zu gewinnen, eine Verbesserung der Arbeits- und Ausbildungsbedingungen

  • Vergütung der gesamten Ausbildungszeit - deutlich bessere Bezahlung der Fachkräfte

  • Gesetzlich verankerte Regelung zu „mittelbarer pädagogischer Arbeit“

  • Deutlich stärkere Berücksichtigung von Problemlagen. (sozial oder sprachlich).

  • Freistellung für Leitungsaufgaben – auch für die Stellvertretungen.

Bildung braucht bessere Bedingungen!

Presseerklärung der GEW Kreisverbände Offenbach Stadt und -Land

Presseecho in der Offenbach Post vom 24.05.2018 zu dieser Erklärung

Richtigstellung zum Presseecho in der Offenbach Post am 29.05.2018