Arbeitszeit, Überlastungsanzeigen, InteA, Teilzeit

Info aus dem GPRLL Mai 2017

Reduzierung der Arbeitszeit

Die beabsichtigte Reduzierung der Arbeitszeit für Beamtinnen und Beamte soll sich für Lehrkräfte folgendermaßen auswirken: Die Pflichtstundenverordnung wird dahingehend verändert, dass Lehrerinnen und Lehrer bis zum 50. Lebensjahr eine halbe Stunde weniger pro Woche zu unterrichten haben.

Für die 50 bis 60-Jährigen bleibt der Umfang der Unterrichtsverpflichtung bestehen, sie hatten ja bisher schon eine halbe Stunde weniger zu unterrichten.

Darüber hinaus bekommen künftig alle unter 60-jährigen Lehrkräfte 0,5 Pflichtstunden auf ein Lebensarbeitszeitkonto (LAK) „gutgeschrieben“, auf das sie am Ende ihrer Dienstzeit zugreifen können.

Für die über 60-jährigen Lehrkräfte ändert sich nichts, für sie galt ja schon bisher die 40-Stunden-Woche mit der entsprechenden Unterrichtsverpflichtung.

Die Regelungen zur Arbeitszeit gelten auch für angestellte Lehrkräfte.

Für Teilzeitkräfte bis zum Alter von 50 Jahre kann diese Änderung zwei verschiedene Auswirkungen haben. Eine festgeschriebene Zahl an Wochenstunden (z.B. 20 von 27 Wochenstunden) ändert sich nicht, die Besoldung steigt in diesem Fall anteilig. Wurde jedoch eine Prozentzahl festgelegt (z.B. 75% der normalen Unterrichtsverpflichtung), dann ändert sich die Pflichtstundenzahl im Kommabereich. In diesen Fällen raten wir dazu, einen neuen Teilzeit-Antrag mit einer konkreten Stundenzahl zu stellen, da es in der Praxis doch eher schwierig ist, mit z.B. 18,37 Stunden eingesetzt zu werden. 


InteA – Integration durch Abschluss und Anschluss

 Der GPRLL hat eine Resolution zum neuen InteA-Erlass vom 9.11.2016 verabschiedet.

So verweist der Erlass z.B. im ersten Abschnitt auf die Vorgaben der Verordnung über die Ausbildung und die Abschlussprüfungen in den Bildungsgängen zur Berufsvorbereitung (BzB), im weiteren Verlauf aber werden aber davon abweichende Vorgaben festgelegt ; z.B. das pädagogische Konzept und Klassengröße (20 statt 16). Insgesamt haben sich die Rahmenbedingungen ständig verschlechtert.

Den größten Widerspruch stellt aber die Tatsache dar, dass explizit keine Abschlüsse nach der BzB-Verordnung vorgesehen sind, sondern ausschließlich externe Prüfungen zum Erwerb des Hauptschul- und des Realschulabschlusses. Diesen können aber nur wenige InteA-Schülerinnen und Schüler innerhalb von 2 Jahren erreichen. Aber ohne Hauptschulabschluss ist kaum der „Anschluss“ an weitere Schulformen oder den Ausbildungsmarkt möglich.

Die BzB-Verordnung hingegen sieht Möglichkeiten des Abschlusses vor, die auf die individuelle Vorgeschichte der Schülerinnen und Schüler eingehen können und dennoch auf dem Niveau der allgemeinbildenden Abschlüsse prüfen.


Die GEW unterstützt die Forderungen der Berufsschulkollegen nach besseren Arbeitsbedingungen und besseren Lern- und Ausbildungschancen für die InteA-Schülerinnen und -Schüler. Die Resolution ist dem Info beigefügt. 


Überlastungsanzeigen

 
Waren es 2015 und 2016 noch vor allem die Grundschulen, die eine dauerhafte Überlastung der Lehrkräfte beklagten, schließen sich nun vermehrt auch die weiterführenden Schulen an. Mehrere hundert Kolleginnen und Kollegen von vier Gesamtschulen und fünf Gymnasien in Kreis und Stadt Offenbach haben in den letzten Monaten gemeinsame Überlastungsanzeigen beim Hessischen Kultusministerium eingereicht; weitere Schulen haben angekündigt, dies noch tun.

Die Lehrerinnen und Lehrer betonen zwar ihre Freude am Beruf und ihr hohes Maß an Engagement. Doch vor allem die außerunterrichtlichen Tätigkeiten haben in den letzten Jahren so sehr zugenommen, dass Lehrkräfte einerseits um ihre Gesundheit fürchten, andererseits aber auch den ihnen anvertrauten Schülerinnen und Schülern immer weniger gerecht werden können.

Als Reaktion auf die Überlastungsanzeige wurden bereits die ersten Personalräte zu Gesprächen ins staatliche Schulamt eingeladen, bei denen auch Vertreterinnen das Kultusministeriums anwesend waren. Ob diese Gespräche Grundlage für eine Verbesserung der Situation sein könnten, bleibt abzuwarten.

Schulen, die ebenfalls eine Überlastungsanzeige stellen wollen, erhalten Tipps und Infos durch eine kurze Mail an t.hartmann@gew-offenbach.de 


Sonderrundschreiben Teilzeit


Wir möchten an dieser Stelle noch einmal an das Sonderrundschreiben Teilzeit des Staatlichen Schulamts hinweisen. Es basiert auf einer Dienstvereinbarung mit dem Gesamtpersonalrat und wurde bereits im Jahr 2010 an alle Schulen verschickt. Es sollte allen Schulpersonalräten und Schulleitungen vorliegen. Das Sonderrundschreiben gilt als Verfügung des Schulamtes und somit sind die darin enthaltenen Regelungen für die Schulleitungen verbindlich!

Sollte euch dieses Rundschreiben noch nicht zur Verfügung gestellt worden sein, fordert dies doch im nächsten Monatsgespräch ein.

Auch das Sonderrundschreiben wird nicht alle Interessenskonflikten von Teilzeit- und Vollzeitkräften lösen können. Die Regelungen bieten jedoch eine gute Grundlage, auf die schulspezifisch ausgerichtete Dienstvereinbarungen zwischen öPR und Schulleitung aufbauen können.

 

Der Gesamtpersonalrat ist per E-Mail erreichbar

 gesamtpersonalrat.ssa.offenbach@kultus.hessen.de